Vor und hinter der Bühne

Musik

Musikalische Einlagen mit Orchester, humoristische Couplets und Parodien von beliebten Stücken waren für Nestroy unverzichtbar. Die Musik für ihn schrieb der heute weitgehend vergessene Komponist Adolph Müller (*7.10.1801 +29.7. 1886). Müller komponierte  für die Theater der Wiener Vorstadtbühnen gezielt für den Geschmack des Wiener Publikums. Dabei war die Musik durchaus pompös: Für die Aufführungen wurden nicht selten ein oder zwei Kapellmeister, ein gemischter Chor und ein etwa dreissig Mann starkes Orchester mit Streichern, Holz und Blechbläsern, Pauken und großer Trommel sowie Solosänger benötigt. Diese Besetzung können

wir Ihnen nicht bieten. Auch würde die Mu-

sik von Herrn Müller wohl in der heutigen Zeit nicht mehr gefallen. Wir haben daher Klaus Tworek gebeten, die Musik zum Talisman neu und zeitgemäß zu arrangieren, sodass Sie jetzt sozusagen eine weitere Uraufführung der Musik von Klaus Tworek nach unseren Produktionen „Die Geierwally“, „ Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ und „Andreas Vöst" erleben können. 

Technik

Wer arbeitet vor der Vorstellung halsbrecherisch hoch über der Tribüne an den Scheinwerfern? Wer verlegt Kabel und programmiert das Lichtpult? Es ist, wie so oft, Christian Eschelbach.

Theater ohne Licht und Effekte ist nicht vorstellbar. Dafür, dass alles klappt, sorgt Christian Eschelbach als professioneller Lichttechniker. Wenn in Murnau eine Lichtinstallation benötigt wird, ist Christian zur Stelle. Christian hat mit seinen Effekten viel zu unserem Erfolg beigetragen. Unvergesslich auch der an das Murnauer Schloss projezierte wunderschöne Mond bei der Aufführung " Der Alpenkönig und der Menschenfeind" von Ferdinand 

Raimund.

Bühnenbau

Eine einsame Köhlerhütte im Wald, das Dachauer Bezirksamt, das Schloss des Menschenfeindes, die Kirche von Erlbach, der Rofenhof, ein Tanzboden und andere Bauwerke hat unser zweiter Vorstand Hans Hlawatsch schon geschaffen. Ohne Hans gäbe es keine Bühnenbilder vor dem

Schloss. 

Hans ist Zimmerermeister und mittlerweile auch mit ungewöhnlichen Wünschen der Regisseure als "Bauherrn" vertraut. Der Bau einer Drehbühne auf der Wiese vor dem Schloss für die Aufführung von "Andreas Vöst" im Jahr 2017, die sich trotz Wind und Wetter zwischen den Vorstellungen nie verzog und stets funktionierte, war ein besonderes Meisterstück. 

Dieses Jahr wünscht sich die Regie eine "Klappbühne". Lassen Sie sich überraschen, was hier entsteht und was Hans bauen wird.


Maske

Wenigstens zwei Stunden vor jeder Vor-

stellung beginnt die Arbeit der Maske mit Schminken und Frisieren. Hier können wir auf die Hilfe Murnauer Friseure und auf die Parfümerie Rebholz zählen. Bei den Produktionen "Die Geierwally" sowie "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" stand uns das Team von "Engel Haardesign"bei. Die Aufführung von "Andreas Vöst" wurde von der Parfümerie Rebholz mit Geli Rebholz und Freunden unseres Theaters unterstützt. Dieses Jahr hilft uns wieder die Parfümerie Rebholz mit Rat und Tat.

Frisuren

Die Frisuren werden von Denise Hasse 

gestaltet. Sie arbeitet hauptberuflich im Friseursalon Bräu, der uns sogar seine Räumlichkeiten als Schminkraum zur Verfügung stellt. Freunde aus dem Umfeld des Freien Theaters werden uns auch wieder unterstützen. Nachdem feuerrote Haare im Talisman eine große Rolle spielen, sind wir gespannt, wie die Maske unsere Hauptdarsteller (derzeit noch Blond)

verwandeln wird.

Kostüme

Kostüme sind wichtig. Aber wer hat schon alles im Fundus? Der Gang zum Kostümver-

leih läßt sich oft nicht vermeiden. Doch da-

mit ist die Arbeit nicht getan, eigene und ausgeliehene Kostüme müssen angepasst

werden. Meist sind Darsteller sind zu dünn,

zu dick, zu groß oder zu klein für das Kos-

tüm. Hier beginnt die Arbeit unserer Schnei-

derin Gabi Bleicher, die jedes Gewand pas-

send macht und bei den Aufführungen stets

für Notreparaturen zur Verfügung ist. Wie wichtig die Arbeit von Gabi ist, habe ich am

eigenen Leib erfahen, nachdem mich der Regisseur in dem Stück "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" als Alpenkönig in ca. fünf Meter Stoff einwickeln ließ. Ohne die professionelle Hilfe von Gabi hätte ich in dieses Gewand nie hineingefunden, ge-

schweige denn wieder heraus. Wahrschein-

scheinlich wäre ich heute noch drin.

 


Szenenbild aus Judith und Holofernes, Johann Christian Schiller, Aquarell 1849