Der Sommernachtstraum 

Das sogenannte Chandos-Porträt, um 1610

Der genaue Entstehungszeitpunkt ist unbekannt, der Maler war vermutlich Joseph Taylor (1585–1651)

Der Autor William Shakespeare

 

William Shakespeare wurde 1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Handschuhmachers John Shakespeare und dessen Frau Mary geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert. Bekannt ist nur sein Tauftag: der 26. April 1564. Die Lateinschule verließ er vermutlich bereits mit 15 Jahren. Statt eine Universitätsausbildung zu absolvieren studierte der englische Dichter das Leben: Er wurde ein zuverlässiger Chronist seiner Zeit.

Das Elisabethanische Zeitalter (1558–1603), in dem Shakespeare wirkte, war eines der interessantesten der Neuzeit. Es war geprägt von Aufbruch und Veränderung. Die Literatur erlebte eine Blütezeit; das Theater bot handfeste Unterhaltung und war beliebt als Schauplatz für alle Bevölkerungsschichten.

Im Alter von 18 Jahren heiratete William Shakespeare die acht Jahre ältere Bauerntochter Anne Hathaway. Das Datum der Hochzeit ist nicht belegt, doch weiß man von der Bestellung des Aufgebots am 27. November 1582. Das Ehepaar hatte drei gemeinsame Kinder.

Shakespeare lebte vermutlich ab 1590 ohne seine Familie in London. Er wurde zu einer prägenden Figur der dortigen Theaterwelt und hatte bald eine Führungsrolle inne. 1599 wurde in Bankside, einem Vergnügungsviertel Londons, das »Globe Theatre« erbaut. Eigentümer war eine Gemeinschaft von Anteilseignern, zu denen auch William Shakespeare gehörte. Viele der dort aufgeführten Stücke stammten aus seiner Feder. »Shakespeare’s Globe« war wohl die erfolgreichste Spielstätte ihrer Zeit.

Zu Shakespeares bekanntesten Dramen zählen die Tragödien »Romeo und Julia«, »Julius Caesar«, »Hamlet«, »König Lear« und »Macbeth« sowie die Komödien »Ein Sommernachtstraum«, »Der Kaufmann von Venedig« und »Viel Lärm um nichts«. Unter seinen lyrischen Werken nimmt der Zyklus von 154 Sonetten eine herausragende Stellung ein.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Shakespeare wieder in Stratford-upon-Avon. Dort starb er am 23. April 1616 als wohlhabender Mann.

Gemälde auf Seite 7 des Gästebuchs von Emanuel Seidl, Band 1


Auszug aus dem Gästebuch Emanuel von Seidls,

Band 2, Seite 57

 

Auszug aus dem Gästebuch Emanuel von Seidls,

Band 2, Seite 54

 

Auszug aus dem Gästebuch Emanuel von Seidls,

Band 2, Seite 53

 

Das Stück

 

Willkommen hier in diesem Feenreiche,

Das sich ein Zaubrer schuf aus wüstem Lande!

Öd war es hier vor wenig Jahren noch – 

Kein Baum kein Strauch nur Sumpf & Wiesen,

Bis eines Tags ein Meister kam, ein Schöpfer,

Der werden ließ, was hier geworden ist: 

 

Mit diesen Worten hieß die „Park-Fee“ am 28. August 1910 ihre Gäste im Seidlpark willkommen. Der Begrüßungstext wurde eigens von Ernst von Schmädel für Emanuel von Seidls Naturtheater im „Gelobten Land“ angefertigt. Unter den Festgästen: Königin Elisabeth von Belgien, Nichte ihrer berühmten Namensvetterin Kaiserin Elisabeth von Österreich, und ihre Tante Königin Maria von Neapel. 

Shakespeare selbst hatte seine Komödie zwischen 1594 und 1596 als Stationentheater für eine Londoner Hochzeitsgesellschaft konzipiert. Shakespeares Gedanken folgend, lud der Kunstliebhaber Seidl den Regisseur Max Reinhardt und sein Ensemble, das am Künstlertheaters auf der Theresienhöhe München gastierte, auf seinen Landsitz nach Murnau ein, um Ausschnitte aus der laufenden Sommernachtstraum-Produktion in seinem „Feenreich“ zu zeigen.

Nach gefeierten Aufführungen von Theatergruppen wie der „Tour de Farce“ und „Der Schminkkasten“ rund um den Garmischer Regisseur Georg Büttel beim Kulturknall 1999 präsentiert das Freie Theater Murnau anlässlich von Seidls 100. Todestag seine ganz eigene Interpretation von Shakespearses Liebesreigen. Neben dem allgegenwärtigen Thema der Liebe steht in Shakespeares berühmten Märchen das Motiv der menschlichen Phantasie und ihre Auswüchse im Mittelpunkt. In der Murnauer Inszenierung treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander. Während Seidl und seine Ehrengäste den letzten Atemzügen der Monarchie beiwohnen, versuchen die Murnauer Gemeindearbeiter rund um Regisseurin Petra Squenz die ovidsche Sage von „Pyramus und Thisbe“ auf die Bühne zu bringen. Dazwischen verfängt sich die Elfenkönigin Titania im Netz der Intrigen ihres eifersüchtigen Ehemannes Oberon und der vielgesichtige Puck treibt sein Unwesen. 

Begleitet von ausgewählten Musikern rund um den Murnauer Komponisten Klaus Tworek wandern die Besucher durch Seidls malerische Anlage und treffen dort auf Feen, Esel und andere Phantasiegestalten.

Auf fünf Naturbühnen spielen Darsteller des Freien Theaters Murnau kurze Szenen rund um Shakespeares Traumwelten. Höhepunkt: Das rekonstruierte „Gloriettl“ am oberen Weiher.

 

Begleiten Sie Emanuel von Seidl auf einer magischen Reise durch die Welt der Phantasie.

Auf das es am Ende wieder heißt:

 

Das Märchen ist vorbei – es war einmal…!

Ihr habt erlebt, was Andere nur träumen;

Tragt es hinaus in Euer Alltagsleben

Als Märchenschatz, der Glück und Segen spendet!

Lebt wohl, Ihr königlichen Frauen!

Lebt wohl Ihr Gäste, die Ihr Sie begleitet!

Zieht fröhlich ein im festgeschmückten Saal,

Das Märchen ist vorbei - es war einmal…!